Von der Schlosserei zum Stahlbau-Unternehmen

Im Grunde unterscheiden sich die erfolgsversprechenden Qualitäten eines Schlossermeisters nicht wesentlich von denen des Stahlbau-Unternehmers. Beide wissen um die Geheimnisse der Metallverarbeitung, beide streben mithilfe innovativer Ideen und Fertigkeiten nach dem besonderen Erfolg und beide wissen um die Notwendigkeit motivierter und qualifizierter Teams um sich.

Die Geschichte des heutigen Unternehmens „Temme Stahl- und Industriebau GmbH“ reicht 100 Jahre zurück und begann 1919 im niedersächsischen Northeim. Seinerzeit gründete Schlossermeister Heinrich Temme unter Nachkriegsbedingungen eine Schlosserei.

Ob in den unruhigen Zeiten der Weimarer Republik oder unter den heutige, verschärften Wettbewerbsbedingungen – es bedarf der Weitsicht, dem Mut und der Entschlossenheit, um den wirtschaftlichen Erfolg zu sichern.

Eigenschaften, die quasi in der „Temme-DNA“ von Großvater Heinrich über Vater Reinhold an Reiner Temme übergeben wurden.

Kontinuierliche Investitionen in modernste Schweißtechnik, in CNC (computerized numerical control) – gesteuerte Fertigungszentren, in 3D-CAD (computer-aided design) -Arbeitsplätze zu einem Zeitpunkt als der Begriff BIM (building information modeling) gerade in den Universitäten Einzug hielt oder die heutigen Investitionen in Schneidroboter sichern nach wie vor den erforderlichen Vorsprung.

Wie der Werkstoff „Stahl“ zeichnet sich Temme Stahl- und Industriebau GmbH durch Stabilität, Langlebigkeit und strukturbeeinflussende Verformbarkeit aus.

Seit 1985 leitet Reiner Temme das Unternehmen. In der Rückschau auch eine bewegte Zeit, wenn auch nicht mit Nachkriegszeiten und Weltwirtschaftskrise vergleichbar. Aber immerhin forderten die Jahre der deutschen Wiedervereinigung, die darauf folgenden Hoch und Tiefs der Wirtschaft auch genügend unternehmerische Geschicklichkeit und Entschlossenheit.

Im Zuge der „Wende“ gründet Reiner Temme die Temme Stahl- und Industriemontagen GmbH in Bleicherode. Während der „Go-East-Euphorie“ war diese Gründung ein erster Anfang in den neuen Bundesländern. Als gestandenes „westdeutsches“ Unternehmen war Firma Temme begehrter Ansprechpartner für „gewendete“ Stahlbauunternehmen. Der Kauf der damaligen USB Schafstädt GmbH war folgerichtig.

Temme Stahlbau produzierte ab diesem Zeitpunkt sowohl in Northeim als auch in Schafstädt. Eine aufregende Zeit!

Mit Abkühlung der Wirtschaft Ende der 90er Jahre wurde die Stahlbauproduktion allein nach Schafstädt verlagert. Die Aufgabe des „Heimatstandorts“ Northeim für Reiner Temme „die schlimmste unternehmerische Entscheidung, die ich je getroffen habe“.

Schafstädt war so gesehen ein Neuanfang für das Unternehmen. Inzwischen werden ca. 50 Mitarbeiter am Standort beschäftigt. „Wo ein Unternehmen sitzt, macht keinen Unterschied in der Unternehmensführung“, so Reiner Temme. Aber die 100jährige Tradition des Unternehmens spiegelt sich in der Art und Weise wider, wie man das Unternehmen führt, mit seinen Mitarbeitern umgeht und welchen Anspruch man an seine Arbeit und Qualität stellt. Tradition ist für Reiner Temme Rückbesinnung auf Werte, die man gelernt hat. Respektvoller Umgang mit den Mitarbeitern und soziale Verantwortung sind für Reiner Temme keine Floskel.

Dies ist auch Teil der 100jährigen Tradition des mittelständischen Unternehmens, welches seit Gründung von drei aufeinanderfolgenden Generationen einer Familie geführt wird.

Schlüsselfertige Produktions- und Lagerhallen, Autohäuser und Supermärkte bilden den Schwerpunkt des Geschäfts von Temme Stahlbau. Waren in den 90-ger Jahren hochaufgelöste Stahl- Glas Fassaden und Dächer eine weitere Spezialität der Firma, so hat sich das Lieferprogramm in den letzten Jahren um weitgespannte Geh- und Radwegbrücken erweitert. „Immer kühnere Konstruktionen werden von den Architektur- und Ingenieurbüros entworfen und so ist es für uns eine besondere Herausforderung immer neue Unikate zu bauen“, so Reiner Temme.

Ganz egal ist es doch nicht, wo der Sitz des Unternehmens ist. Im eher ländlichen Raum sind günstige Mieten für die Mitarbeiter oder erschwinglicher Eigentumserwerb von Vorteil. Brandaktuell und eigentlicher Dauerbrenner ist auch bei Temme das Thema Fachkräfte und Nachwuchs. Die Nähe zu den Ballungszentren Leipzig/Halle, wo Konzerne der Automobil- und Logistikindustrie wie Permanentmagnete auf junge Leute wirken, stellen besondere Anforderungen an den Prozess der Mitarbeitergewinnung. Das Rezept heißt „familiäres Betriebsklima“ und Verständnis für die heutigen Bedürfnisse der jungen Mitarbeiter. So können wir der Attraktivität der DAX-Konzerne die Stirn bieten. Unser besonderer Erfolg: Eine junge Frau als Auszubildende im klassischen Männerberuf.

Durch die Einsatzbereitschaft der dem Unternehmen langjährig verbundenen Mitarbeiter ist die bundesweite Präsenz des Unternehmens gesichert. Aber auch Bauprojekte und Montageeinsätze im europäischen Ausland, im vorderen Orient  und in Asien wurden von Temme Stahl- und Industriebau GmbH erfolgreich abgewickelt.

Mittwoch, 22.Mai 2019, 14:28 Uhr
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